Folge 05

Quick Detailer richtig anwenden, ohne Schlieren

Detailer sind das meistgekaufte und am häufigsten falsch benutzte Produkt in der Autopflege. Wir sehen sehr oft Fahrzeuge, bei denen nach der Anwendung mehr Schlieren im Lack sind als vorher. Dabei liegt es fast nie am Produkt.

Joshua Ender 5 Min. Lesezeit

Was ein Quick Detailer ist und was nicht

Ein Quick Detailer ist kein Reiniger. Er ist auch kein Wachs und keine Versiegelung. Er ist ein Zwischenprodukt.

Die typische Situation: Du hast das Auto gewaschen, es ist eigentlich sauber, aber hier und da sind leichte Staubspuren, Wassertropfen haben nicht richtig abgeperlt oder du willst dem Lack noch ein bisschen Glanz geben, bevor du losfährst. Dafür ist ein Detailer gedacht.

Die meisten enthalten eine Mischung aus Gleitmitteln, etwas Reinigungskraft und einen kleinen Anteil an Glanzgebern. Sie nehmen oberflächliche Verschmutzung mit und lassen einen leichten Film zurück, der den Lack etwas glatter macht.

Was sie nicht können: hartnäckigen Dreck entfernen, den Lack dauerhaft schützen oder ein Ersatz für eine echte Wäsche sein.

Warum Schlieren entstehen

Zwei Hauptgründe.

Zu viel Produkt auf heißem Lack. Bei direkter Sonneneinstrahlung oder auf einem Auto, das eben noch in der Sonne stand, verdunstet der flüssige Anteil im Detailer sofort. Die Glanzstoffe trocknen auf der Stelle an, bevor du sie verteilen kannst. Das sind die Schlieren.

Falsches oder schmutziges Tuch. Wenn das Tuch nicht sauber ist, schmierst du Dreck von einer Stelle zur anderen. Wenn es zu grob oder zu verbraucht ist, nimmt es das Produkt nicht richtig auf.

Die Schlieren, die du danach siehst, sind also meistens nicht das Produkt selbst, sondern angetrocknete Reste oder verschmierter Schmutz.

Was du brauchst

  • Einen Quick Detailer, welcher ist zweitrangig
  • Zwei saubere Mikrofasertücher

Zwei Tücher. Das ist der wichtigste Punkt. Eins zum Abnehmen, eins zum Auspolieren. Wenn du nur eins hast, arbeitest du die ganze Zeit im eigenen Dreck.

So geht's

Richtige Bedingungen abwarten

Nicht in der Sonne, nicht auf heißem Lack. Das Auto sollte entweder im Schatten stehen oder kühl sein. Wenn du mit der Hand über den Lack fährst und er sich warm anfühlt, wartest du lieber noch einen Moment.

Produkt auf das Tuch sprühen

Die meisten sprühen direkt auf den Lack. Das funktioniert, führt aber oft zu Überdosierung. Sprüh lieber auf den Lappen und arbeite damit. Du brauchst weniger und hast mehr Kontrolle.

In kleinen Abschnitten arbeiten

Nicht das ganze Auto einsprühen und dann erst wischen. Eine Motorhaube, ein Kotflügel, ein Dach. Immer nur so viel, wie du in zehn Sekunden bearbeiten kannst.

Gerade Bahnen, nicht kreisförmig. Damit vermeidest du Hologramme und verteilst das Produkt gleichmäßiger.

Mit dem zweiten Tuch auspolieren

Das erste Tuch hat das Produkt und den Schmutz aufgenommen. Jetzt legst du es weg und nimmst das zweite, trockene Tuch. Damit polierst du die Reste aus, bis die Oberfläche streifenfrei ist.

Im Gegenlicht prüfen

Schau die Fläche bei schrägem Licht an. Erst dann siehst du, ob noch Streifen da sind. Wenn ja, kurz nachpolieren.

Detailer, Sprühversiegelung, Sprühwachs

Die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. Hier ist der Unterschied:

Quick Detailer: Leicht reinigend, leicht glanzgebend. Kein nennenswerter Schutz. Hält höchstens bis zur nächsten Wäsche.

Sprühversiegelung: Enthält mehr Schutzkomponenten, oft auf Polymer- oder Keramikbasis. Gedacht als Auffrischung zwischen Wäschen. Hält einige Wochen.

Sprühwachs: Enthält echtes Wachs, bringt mehr Glanz, braucht aber auch mehr Arbeit beim Auspolieren. Dafür etwas beständiger als ein Detailer.

Für die schnelle Auffrischung unterwegs ist ein Detailer richtig. Wenn du echten Schutz willst, brauchst du eine Versiegelung oder Wachs.

Die häufigsten Fehler

In der Sonne arbeiten. Das Produkt trocknet an, bevor du es verteilen kannst.

Nur ein Tuch. Dann reibst du Schmutz und Produktreste die ganze Zeit im Kreis.

Zu viel Produkt. Mehr gibt nicht mehr Glanz, nur mehr Arbeit beim Auspolieren.

Über Schmutz arbeiten. Ein Detailer ist kein Ersatz für eine Wäsche. Wenn echte Verschmutzung drauf ist, kratzt du sie ins Finish.

Wenn du es lieber machen lässt

Ein Detailer ist keine Raketenwissenschaft. Aber wenn du eh nie Zeit hast und das Auto nie richtig sauber wird, liegt das Problem meistens woanders.

Wir sitzen in Bornheim und arbeiten im Raum Bonn, Erftstadt und Euskirchen. Wenn du eine echte Lackaufbereitung brauchst, meld dich.

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