Folge 04

Kunststoff am Auto auffrischen. Was wirklich hält

Vergraute Kunststoffteile machen ein gepflegtes Auto sofort alt. Spiegelkappen, Stoßfängerleisten, Zierleisten, Schaltkulissen, Hupenknöpfe. Im Netz stehen dazu ein Dutzend Hausmittel, und die meisten davon funktionieren für ungefähr eine Woche. Der Grund ist immer derselbe.

Joshua Ender 6 Min. Lesezeit

Warum Kunststoff überhaupt grau wird

Kunststoff an Autos ist meistens schwarz eingefärbt. Diese Farbe sitzt nicht nur auf der Oberfläche, sie geht durch das ganze Material. Theoretisch sollte sich da nichts verändern.

In der Praxis verändert sich doch etwas. UV-Strahlung greift die Oberfläche an. Die feinen Partikel bleichen aus, werden matt und reflektieren das Licht anders als das tiefere Material. Das nimmst du als grau wahr. Der Kunststoff selbst ist nicht grau geworden, nur die Oberfläche.

Dazu kommt eine dünne Schicht aus Staub, Fett, Pollen und allem, was auf Straßen so rumfliegt. Selbst nach einer Wäsche sitzt die oft noch drauf.

Diese beiden Dinge zusammen, ausgeblichene Oberfläche und Ablagerungen, sorgen für den typischen Look eines alten Teils.

Warum Öl und Schuhcreme nicht halten

Die bekanntesten Tipps im Netz sind:

  • Speiseöl
  • Babyöl
  • WD-40
  • Schuhcreme
  • Erdnussbutter

Gemeinsam ist allen, dass sie das Teil für ein paar Tage schwarz aussehen lassen. Was sie nicht können, ist in die Oberfläche einziehen. Sie liegen obenauf, ziehen Staub an und werden beim nächsten Regen oder Wäsche weggespült.

Manche davon richten auf Dauer sogar Schaden an. Speiseöl wird ranzig. WD-40 ist kein Pflegemittel, sondern ein Kriechöl mit Lösungsmitteln. Schuhcreme ist für Leder gemacht, nicht für Kunststoff.

Der Punkt ist: Ohne Reinigung darunter funktioniert nichts. Und ohne das richtige Produkt hält das Ergebnis nicht länger als eine Woche.

Was du brauchst

  • Allzweckreiniger mit etwas Druck (1:5 oder stärker)
  • Ein Scrub Pad
  • Ein Mikrofasertuch
  • Eine Kunststoffpflege, keine Fettcreme

Der Selbsttest mit Klebeband

Der folgende Trick ist keine Raketenwissenschaft, aber er hilft, wenn du skeptisch bist.

Bevor du anfängst, klebst du eine Hälfte des betroffenen Teils mit Kreppband oder Malerband ab. Dann reinigst du nur die andere Hälfte. Am Ende ziehst du das Klebeband ab und hast einen Vorher-Nachher-Vergleich auf demselben Teil.

So siehst du, was Reinigung allein bringt, bevor irgendein Pflegeprodukt ins Spiel kommt.

So geht's

Reiniger richtig arbeiten lassen

Allzweckreiniger auf das Teil, das Scrub Pad drauf, und dann mit etwas Druck durcharbeiten. Nicht nur drüberwischen, sondern ordentlich reiben.

Wenn du den Test oben gemacht hast, siehst du jetzt, wie viel Dreck runtergeht. Meistens wird das Pad braun.

Abnehmen und trocknen lassen

Mit dem Mikrofasertuch abnehmen. Dann kurz warten, bis die Oberfläche wirklich trocken ist.

Pflege auftragen

Jetzt kommt die Pflege. Dünn auftragen, gleichmäßig einreiben, fertig.

Wichtig ist, dass du ein Produkt benutzt, das für Kunststoff gemacht ist. Keine Universalmittel, kein Cockpitspray, keine Öle. Die vernünftigen Pflegen ziehen in die Oberfläche ein und werden nicht klebrig.

Vergleichen

Wenn du den Klebeband-Test gemacht hast, zieh das Band jetzt ab. Der Unterschied ist meistens überraschend deutlich.

Die häufigsten Fehler

Pflegeprodukt ohne Reinigung. Dann legst du das Mittel auf den Dreck und wunderst dich, warum es nicht hält.

Zu viel Produkt. Mehr hilft nicht mehr. Die Oberfläche kann nur eine bestimmte Menge aufnehmen.

Cockpitsprays auf Silikonbasis. Die machen alles glänzend, halten aber nicht und hinterlassen eine Schicht, auf der später nichts mehr haftet.

Hausmittel auf behandelten Oberflächen. Wer Fett auf bereits gepflegten Kunststoff gibt, macht das Ergebnis meistens schlechter.

Gilt das auch für Innenraum?

Grundsätzlich ja. Im Innenraum besteht das Problem weniger aus UV-Schäden und mehr aus Ablagerungen, Fett von Händen und Staub. Die Reinigung funktioniert dort genauso, die Mittel sind dieselben.

Der Unterschied: Im Innenraum gibt es oft empfindlichere Oberflächen, lackierte Kunststoffe oder Softtouch-Beschichtungen. Bei denen solltest du nicht mit voller Kraft arbeiten und vorher an einer unsichtbaren Stelle testen.

Wann Pflege nicht mehr hilft

Wenn der Kunststoff tief vergilbt ist, rissig wird oder abblättert, ist die Oberfläche durch. Dann hilft nur noch ein Austausch des Teils oder eine Lackierung.

Erkennbar ist das daran, dass selbst nach intensiver Reinigung keine gleichmäßige Farbe zurückkommt. Dann sitzt der Schaden nicht auf der Oberfläche, sondern im Material selbst.

Wenn du es lieber machen lässt

Ein einzelnes Teil ist schnell gemacht. Wenn aber das ganze Auto außen rum Zierleisten und Stoßfängerteile hat, die alle vergessen wurden, wird das ein längeres Projekt.

Wir sitzen in Bornheim und arbeiten im Raum Bonn, Erftstadt und Euskirchen. Schick uns ein Foto, dann sagen wir dir, ob sich die Aufbereitung lohnt oder ob ein Austausch sinnvoller ist. Termin anfragen.

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